Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 124

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 13. Dezember 2016

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

 

Inhaber einer Kunst-Einrichtung hat Probleme mit der KSK

Korrektur und Nachbessern von Verträgen

Verlage als Mitglieder in den Verwertungsgesellschaften geschwächt. Rückzahlungen erstritten.

Altersvorsorge auch für freie SchauspielerInnen bei ARD und ZDF in der Pensionskasse Rundfunk

Kursleiterfreibetrag bei Nebentätigkeiten

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Inhaber einer Kunst-Einrichtung hat Probleme mit der KSK

Der Betrieb einer Musik-, Tanz-, Mal-, oder Theaterschule, (einer Werbeagentur, einer Filmproduktion, eines Fotostudios, eines Theaters, Orchesters etc.) mit vielen von dem Inhaber unabhängig arbeitenden Honorarkräften durch einen Künstler (=Inhaber), der selbst aber sehr wenig Unterricht erteilt und eher organisatorisch/kaufmännisch tätig ist, führt zu Problemen für den Inhaber. Unberücksichtigt bei der Betrachtung seiner Versicherungspflicht nach dem KSVG § 1, Satz 1 Nr. 2 bleiben nur freie Mitarbeiter, die dem Künstler zuarbeiten, die er im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen benötigt. Das wäre bei dem obigen Unternehmen nicht der Fall. Es handelt sich also um eine zweite, nicht-künstlerische, selbständige Tätigkeit.

zuletzt aktualisiert: 13.12.2016

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Korrektur und Nachbessern von Verträgen

Manche Auftraggeber geraten wegen einer möglichen Überprüfung durch die Dt. Rentenversicherung zu Recht oder zu Unrecht  in Panik und überprüfen dann die Honorarverträge ihrer Honorarempfänger. Das ist natürlich immer gut, bloß sollte eine mögliche Korrektur in fairem Interessensausgleich geschehen. Auftragnehmer sollten nicht genötigt werden, irgendeiner Vertragsänderung zuzustimmen oder eine Tätigkeitsbeschreibung zu verfassen, die ihren eigenen Interessen zuwiderläuft. Genauso sollte die Künstlerin auch nicht sich einer Klärung völlig verweigern, schließlich will sie auf dem Ast ja noch sitzen. Mal konkret: Wenn ein Auftraggeber einen alten „Arbeitsvertrag“ rückwirkend zum „Honorarvertrag“ umbaut, ist das schon sehr heikel. Oder wenn er eine Kursbeschreibung einfordert, in der sämtliche künstlerische Ziele durch pädagogische Ziele ersetzt werden, kann das zur Gefährdung der Versicherung über die KSK führen.

13.12.2016

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Verlage als Mitglieder in den Verwertungsgesellschaften geschwächt. Rückzahlungen erstritten.

 Wie schon in der Sache Vogel ./. VG Wort müssen nun auch die Musikverlage die zu Unrecht vereinnahmten Tantiemen sehr wahrscheinlich zurückerstatten. Der  Rechtsanwalt des Klägers Kramm, Dr. Günter Poll, kommentierte, dies sei die schwerste Niederlage der GEMA in ihrer Geschichte und möglicherweise das Ende ihrer Existenz in ihrer bisherigen Form. https://www.heise.de/tp/news/Das-Ende-der-GEMA-so-wie-wir-sie-kennen-3465396.html

13.12.2016

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Altersvorsorge auch für freie SchauspielerInnen bei ARD und ZDF in der Pensionskasse Rundfunk

 Auch für eine betriebliche Altersvorsorge für die freischaffenden SchauspielerInnen, die neben dem Theater auch im Film- und TV-Bereich über Produktionsunternehmen indirekt für ARD und ZDF tätig sind, gibt es einen Weg für eine betriebliche Altersversorgung. Abführung und Erstattung der Beiträge wurde rechtsverbindlich zwischen ARD, ZDF, Produzentenallianz, Pensionskasse Rundfunk, ver.di und Bundesverband Schauspiel geklärt. Bei allen Auftragsproduktionen, die für ARD und ZDF hergestellt werden, bekennen sich die öffentlich-rechtlichen Sender zur Beitragserstattung auf Nachweis. Die Produktionsunternehmen haben keinen Anlass mehr, Beitragszahlungen zu verweigern. Kinoproduktionen und Kino-Ko-Produktionen sind bisher leider nicht mit von der Partie. Mehr Informationen: https://www.bffs.deMehr Informationen: https://www.bffs.de und Survival Kit Kap. 6.4.6.

13.12.2016

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Kursleiterfreibetrag bei Nebentätigkeiten

 Wenn Beschäftigte bei einem gemeinnützigen Träger unterschiedliche Tätigkeiten ausüben, die aber trotzdem beide als abhängige Beschäftigungen verstanden werden, können für einen Teil der Tätigkeit Ehrenamts- und Übungsleiterfreibetrag in Frage kommen. Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat am 18.10.2016  Aktenzeichen: L 11 R 3254/14 entschieden, dass auch bei Vorliegen eines einheitlichen Beschäftigungsverhältnisses das Gesamtentgelt grundsätzlich in einen steuerpflichtigen und einen steuerfreien Entgeltteil aufgeteilt werden kann. Erfüllt eine der Tätigkeiten die Voraussetzungen des § 3 Nr. 26 EStG (Übungsleiterfreibetrag), kann im Ergebnis sowohl eine (sozialversicherungsrechtlich) einheitliche Beschäftigung als auch eine (steuerrechtliche) Nebentätigkeit vorliegen. Es muss immer konkret geprüft werden, ob sich Haupt- und Nebentätigkeit klar trennen lassen. Dabei spielt aber keine Rolle, dass die verschiedenen Leistungen vom Träger in einem einheitlichen Erscheinungsbild angeboten werden. Mehr im Survival Kit, Kap. 4.1

13.12.2016

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zuletzt aktualisiert: 13.12.2016