Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 120

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 28. April 2016

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

Amtliches EÜR-Formular 2015 verpflichtend und nur per ELSTER

Vermietung freiberuflich genutzter Räume und Gewerbe-Steuern?

Renten unterhalb der Armutsschwelle

Honorare für Kursleiter: die Hälfte mehr!

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Amtliches EÜR-Formular 2015 verpflichtend und nur per ELSTER

siehe auch letzter Newsletter Nr. 119 "Steuererklärungen aktuell"

Auch wenn ein Theater/ Orchester/ Ballettstudio/ Musikschule umsatzsteuerbefreit ist, muss das amtliche EÜR-Formular benutzt werden und via ELSTER versandt werden. Denn das Finanzministerium NRW schreibt auf meine Anfrage:
 
„Sofern die Betriebseinnahmen die Grenze von 17.500 € übersteigen, ist stets das amtliche Formular „Anlage EÜR“ der Steuererklärung beizufügen. Das gilt unabhängig davon, ob die Betriebseinnahmen umsatzsteuerpflichtig oder umsatzsteuerfrei sind. Die Anlage EÜR ist grundsätzlich elektronisch zu übermitteln. Die Abgabe in Papierform (amtlicher Vordruck) ist nur in Härtefällen auf gesonderten Antrag zulässig.“
 
Macht ein Antrag auf eine Härtefallregelung Sinn?
Die Zahl der Bewilligungen für solche Anträge scheint zwar zu sinken. Es kann aber nicht schaden,  rechtzeitig (also JETZT!) für die Steuererklärung 2015 einen formlosen „Antrag zur Vermeidung unbilliger Härten“ zu stellen. Die dazugehörige Rechtsvorschrift steht in § 150 Abs. 8 der Abgabenordnung. Darin steht, dass ein Härtefall vorliegen kann, „wenn die Schaffung der technischen Möglichkeiten für eine Datenfernübertragung des amtlich vorgeschriebenen Datensatzes nur mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand möglich wäre oder wenn der Steuerpflichtige nach seinen individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten nicht oder nur eingeschränkt in der Lage ist, die Möglichkeiten der Datenfernübertragung zu nutzen“. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, nutzen Sie die Papierformulare vom Finanzamt oder vom Bundesfinanzministerium.
Ein solcher Antrag könnte so aussehen:
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich (für unsere GbR/ unseren e.V.)  die  Befreiung  von  der  Verpflichtung  zur  elektronischen Übermittlung der EÜR. Die elektronische Übermittlung ist für mich/uns wirtschaftlich  und  persönlich  nicht  zumutbar.
Es  fehlen  das  Personal  und  die  finanziellen  Mittel  zur  Umstellung  der  Buchhaltung  in  absehbarer  Zeit. Ich persönlich bin damit völlig überfordert. Ich besitze keinen PC. Wir haben keinen Steuerberater und können uns auch keinen leisten.
Mein Unternehmen/ unsere GbR/ Verein wird seine Geschäftstätigkeit am …  aufgeben.
Bislang habe ich meine Buchführung nicht digital erstellt und mir fehlen die finanziellen Mittel zur Umstellung.
Ich/wir  sind  Existenzgründer / unser Verein wurde gerade erst gegründet  und  mir  fehlen  die  finanziellen Mittel für diesen Aufwand.
Wir sind ein nach § 4 …  UStG von der UST befreites Unternehmen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Ausnahmeregelung für Steuerpflichtige mit Umsätzen unter 17.500 € auch weiterhin für ausdrücklich umsatzsteuerbefreite Unternehmen mit Umsätzen über 17.500 € gilt.
Ich bitte sehr darum, meinem Antrag stattzugeben, mit freundlichen Grüßen, Unterschrift

 
Mehr im Survival Kit Kap. 4.4.

Die eigentliche Steuererklärung, also die Einkommenssteuererklärung, oder für GbR‘s die „Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung von Grundlagen der Einkommensbesteuerung“ plus viele weitere Anlagen oder für Vereine etc. die Körperschaftssteuererklärung kann (teilweise), muss aber nicht per ELSTER übermittelt werden.

 

zuletzt aktualisiert: 28.04.2016

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Vermietung freiberuflich genutzter Räume und Gewerbe-Steuern?

Sie sind Mieterin oder Eigentümerin eines Ateliers/ Musikschule/ Tanzstudios/ Theaters/ Büros/ Seminarraums (also keine Wohnung!) und wollen diesen Raum untervermieten an Dritte für eine berufliche Nutzung zu Zeiten, an denen Sie ihn selbst nicht nutzen.  (Mit Ihrem Vermieter sollten Sie darüber ein Einverständnis erzielen.)
Sie vermieten Ihre Scheinwerfer, Operngläser (!), Kostüme, Instrumente etc. Einnahmen aus Vermietung können möglicherweise anders steuerlich behandelt werden als Einnahmen aus Merchandising (Verkauf von Trikots, Noten, Pinseln, Masken…) siehe http://kuenstlerrat.de/special_merchandising.htm

Sie sollten sich fragen:

Ergeben sich aus der Vermietung für mich steuerliche Probleme? Wie löse ich sie?

Fatal wäre es zu denken, alles ist gut, weil alles zu meiner freiberuflichen Tätigkeit dazu gehört. So einfach ist es leider nicht.

 

Die Antworten brauchen etwas mehr Platz und sind deshalb in meinem "Special" zu finden (und zwar gratis):

http://kuenstlerrat.de/special_vermietung.htm

28.04.2016

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Renten unterhalb der Armutsschwelle

Der WDR hat mit Daten von DIW und BMAS errechnet, dass 2030 ca. 1,5 Mio. Solo-Selbständige eine Rente unter der Armutsgrenze, also unter 900 €, erhalten. http://www1.wdr.de/verbraucher/geld/rente-projektion-tabelle-100.html

 

28.04.2016

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Honorare für Kursleiter: die Hälfte mehr!

Für Honorarkräfte an Musik-/ Tanz-/ Theater-/ Kunstschulen habe ich eine Argumentationshilfe zusammengestellt, um angemessene Honorare bei den Auftraggebern durchzusetzen, mit dem Titel „Die Hälfte mehr! Acht Bitten an die Auftraggeber von Künstlern“ http://kuenstlerrat.de/special_haelfte_mehr.htm siehe auch → Survival Kit, Kap. 3.1.6 und 14.6.1

 

28.04.2016

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zuletzt aktualisiert: 28.04.2016