Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 126

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 11. April 2017

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

 

Die Themen:

Gerüchte zum Thema KSK, neue Folge

Midi-Job günstiger – für beide!

Urheberrechtsgesetz-Änderung zum 1.3.17

Die zweitbeste Methode der Einkommensschätzung für die KSK

 

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Gerüchte zum Thema KSK, neue Folge:

Ich habe gehört, die Sache mit der KSK sei nur nachteilig - mir wird davon abgeraten, überhaupt einen Antrag zu stellen.
Dieses Gerücht macht mich etwas sprachlos. Ich kratze mich am Kopf und frage mich, worin könnten die Nachteile bestehen?
 
·       Gut, als nicht-künstlerischer Selbständiger muss frau nicht renten-versichert sein, es sei denn, sie wäre Dozentin. Und wer weiß, was im Jahre 2060 los ist und ob ich jemals über die Armutsgrenze komme?
·       Gut, als Arbeitnehmer ist man auch arbeitslosenversichert und bekommt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ist automatisch über die Berufsgenossenschaft gegen Arbeitsunfälle versichert.
·       Gut, als nicht-künstlerische Selbständige muss frau sich nicht mit dem komplizierten Antragverfahren bei der KSK rumschlagen.
·       Gut, als künstlerischer und nicht-künstlerischer Selbständiger kann man sich jede Menge Ärger mit KSK und Krankenkasse einhandeln.
·       Ich will mich lieber privat versichern, da ist die KSK nix für mich.
Falsch! Du kannst Dich über die KSK privat krankenversichern und kannst auch statt Rentenversicherung eine befreiende Lebensversicherung abschließen. Ist aber nicht sinnvoll.
 
Aber:
·       Über die KSK kostet auch die Rentenversicherung nur die Hälfte wie für andere Selbständige. Und Rentenversicherung beinhaltet gratis auch Reha-Maßnahmen und Erwerbsminderungsrente. Aber zugegeben: Altersarmut kann trotz Rentenversicherung eintreten. Ich vermute, dass diejenigen, die überhaupt etwas in die Rentenversicherung eingezahlt haben, eher von unserem staatlichen Sozialnetz aufgefangen werden. Die Bundesregierung plant, dass ab 2018 private Vorsorge für Geringverdiener sinnvoller werden soll.
·       Krankengeld gibt’s auch über die KSK. Eine Arbeitslosenversicherung kann man beim Jobcenter freiwillig beantragen, wenn’s denn sein muss. Auch bei der Berufsgenossenschaft kann frau sich freiwillig versichern.
·       Zugegeben: Kontakt nur mit Krankenkasse und Rentenversicherung ist weniger stressig. Aber: wer auf die KSK verzichtet, verzichtet statistisch gesehen auf 48.000 €.
·       Zugegeben: Unser Sozialversicherungssystem wird unserem Alltag immer weniger gerecht, wo viele gleichzeitig ganz unterschiedliche Jobs mit ganz unterschiedlichem Status meistern müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen.


Bitte vertrauen Sie nicht irgendwelchen Garderoben-Gerüchten:
Die KSK geht weder in Kürze pleite, noch freut sie sich, wenn jemand weniger schätzt als er wirklich verdient. Auch werden es die Lobbyisten der Verwerter nicht schaffen, die KSK abzuschaffen. Mehr im Survival Kit digital plus Kap. 6.1.1

 

zuletzt aktualisiert: 11.4.2017

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Midi-Job günstiger – für beide!

Minijobs können für die Arbeitgeber teurer sein als sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse: Anstelle des Arbeitgeberbeitrages zur Sozialversicherung von rund 20 Prozent tritt bei Minijobs eine Pauschalabgabe des Arbeitgebers in Höhe von 31 Prozent des Bruttolohns.
Für gewerbliche Mini-Jobs muss der Arbeitgeber 2017 pauschal 31,13 % abführen, nämlich 15 % RV; 13 % KV, sofern anderweitig gesetzlich krankenversichert; 2 % Steuern, sofern keine ELStAM-Daten vorliegen; 0,9 % U1 + 0,3 % U2 + 0,09 % Insolvenzgeldumlage. Dadurch verteuert sich der Mini-Job (netto 450 €) für Arbeitgeber auf rund 590 €.
Bei einem Brutto-Lohn in der Gleitzone von z.B. 460 € trägt der AG 89,20 €, der AN 52,23 €, d.h. dieses Beispiel ist für den AG zwar nur rund 40 € günstiger, aber der AN ist voll sozialversichert. Mehr im Survival Kit digital plus Kap.5.1.3/4

 

11.4.2017

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Urheberrechtsgesetz-Änderung zum 1.3.17

Das Urheberrechtsgesetz ist zum 1. März 2017 geändert worden. Einmal im Jahr hat der Urheber jetzt Anspruch auf Auskunft von seinen Vertragspartnern über den Umfang der Verwertung seiner Werke (§ 32d UrhG).
Wenn die Nutzung nicht mehr angemessen erscheint zum ursprünglich vereinbarten Honorar (siehe u.a. § 32a UrhG), dann kann der Urheber möglicherweise noch nachträglich Honorar nachfordern.
Außerdem gibt es Änderungen zu den Exklusivrechten. Exklusivrechte werden jetzt nach 10 Jahren nur noch einfache Rechte.
Die Vereinbarung  eines fortdauernden Exklusivrechtes ist zukünftig an bestimmte Bedingungen geknüpft. Mehr im Survival Kit digital plus Kap. 10.5.3

 

11.4.2017

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Die zweitbeste Methode der Einkommensschätzung für die KSK

Die zweitbeste Methode ist, alle drei Monate seine Schätzung zu korrigieren. Diese Methode empfiehlt sich für Versicherte, die umsatzsteuerpflichtig sind, weil sie sich sowieso für jedes vergangene Quartal mit ihrer Buchführung beschäftigen müssen. Und sie empfiehlt sich für Künstlerinnen, die für die Schätzung im Herbst nie den Steuerbescheid vom vorigen Jahr nutzen können, sondern nur den vom vorvorigen Jahr, also für die Schätzung 2018 den Steuerbescheid für 2015.

Diese Versicherten ermitteln also ungefähr gleichzeitig mit der Umsatzsteuervoranmeldung für das letzte Quartal, also Anfang Mai, Anfang August, Anfang November und Anfang Februar den Gewinn für das letzte Quartal, multiplizieren diesen mit vier, und verwenden dann das Ergebnis als „geändertes voraussichtliches Jahresarbeitseinkommen“ in der Änderungsmitteilung an die KSK. Sie haben damit der KSK eine aktuelle und recht zuverlässige Basis für die Berechnung ihrer Beiträge geliefert. Ende November verwenden sie dann als „voraussichtliches Jahresarbeitseinkommen“ für das nächste Jahr den Durchschnitt der Summen aus den letzten vier Änderungsmitteilungen. Das ist kompliziert und deshalb ausdrücklich nur die zweitbeste Methode und aus praktischen Gründen nur für Umsatzsteuerpflichtige geeignet.

Beispiel:

Umsatz 1. Quartal: 12.320 €; Gewinn 8.790 €

8.790 € x 4 = 35.160 €

Dieses Ergebnis wird  als „geändertes voraussichtliches Jahresarbeitseinkommen“ in der Änderungsmitteilung an die KSK Anfang Mai geschickt.

Mehr und vor allem mehr über die beste Methode der Einkommensschätzung im Survival Kit digital plus Kap.6.1.9.2

 

11.4.2017

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zuletzt aktualisiert: 11.4.2017