Künstlerberatung Stefan Kuntz

Resonanz

das Echo einiger Künstler

Darmstädter Echo 27.11.2007

Presseecho auf "Survival Kit Freies Theater und Freier Tanz"

ein Artikel aus ballett-tanz vom Jan. 2003


Barbara Scheel, Babuschka-Theater, Eppingen

Ich bewundere, mit welcher Konsequenz du dich für die Belange der KünstlerInnen einsetzt.


Kerstin Wagner Tanzpädagogin, Bonn

Schön, dass es Sie gibt! Mit ganz lieben Grüßen


Ilona Winter, Berlin

einfach einen Gruß aus Berlin-Tempelhof und einen großen Dank für den besten Newsletter im World-wide-web.


Klaus-Volker Roth, D.a.S. Theater, Köln

du wirst es schon oft gehört haben; auch ich habe es schon des öfteren geäußert: Der Newsletter ist eine tolle Sache. Kompetent, knapp und hilfreich. Dank von mir - auch im Namen der künstlerisch Schaffenden aus Stadt und Land.


Christoph Buchfink, Buchfink-Theater, Göttingen

ich habe die 23 Mäuse überwiesen und freue mich auf ein weiteres heavy-Jahr. Bei den derzeitigen Umstrukturierungen bin ich recht froh, dass Du Dir so viel Mühe machst, alles verständlich zu Papier (bzw. mail) zu bringen. Tausend Dank also


Kirstin Borchert, Theaterpraxis, Erlangen

herzlichen Dank für Ihre erfolgreiche Beratung! Ich habe nun den Bescheid über meine Versicherungspflicht bei der KSK und die Aufhebung des vorherigen Ablehnungsbescheids erhalten. Gerne empfehle ich Sie weiter und wende mich bei Fragen wieder an Sie.


Sonnenstrahlen des Lobes: danke für deine exzellente heavy newsletter. Die Infos zum Thema Krankengeld sind für uns sehr hilfreich. Dankeeee. Sonnengrüße aus Heilbronn


Katja Iser, Heimertingen, www.clownerie-comedie.de

die Beratung war sehr gut! jetzt bin ich beruhigt.
Ich fand es schön mit Ihnen zu telefonieren, nicht nur das Buch ist toll - Sie klingen auch sehr sympathisch.


Nadja Grotefendt, Hamburg, eineanderewelt

Lieber, vielen Dank für den Künstlerrat, es rührt mich sehr, dass Du so freigebig mit Deinem Wissen bist. Das finde ich eine echte Größe als Mensch. Herzlichen Dank, weiterhin frohes schaffen


Jan Rymon, Berlin

Vielen Dank auch mal für Ihre Arbeit! Die Informationen sind sehr hilfreich, weil absolut praxisnah ausgewählt, fundiert recherchiert und für In-Geldsachen-Unbegabte wie mich meist verständlich formuliert.


Dr. Harry Keaton, Magic Man, Offenbach

vielen Dank: die Beratung war sehr hilfreich und ich wende mich in Zukunft gerne wieder an Sie (habe auch zwischenzeitlich wiederholt Werbung für Sie gemacht, weil Ihre Beratung einfach sehr auf den Punkt kommt). Mit den besten, zauberhaften Grüßen


Bernd Uwe Marszan, Wuppertal

Die Info und News auf Ihrer Site sind eine echte Hilfe für mich; auf viele Fragen gibt es adäquate Antworten. Ein echter Hammer für die "angeschwollene Gehirnbirne" !!! Seit 8 Jahren bin ich jetzt in der freien Szene unterwegs, nachdem ich 12 Jahre Solist des Tanztheater Wuppertal - Pina Bausch war.


Karina Rey, DIS1 Marketing & Kommunikation:

Ihr Rat und Ihre Hilfe waren gut! Mit lieben Grüßen!


Ronald Schaller, Schaller Entertainment, Berlin

Alle Fragen, die ich hatte, lösten sich durch Ihr „Survivalkit“. Ein tolles Buch.


Arvin Mahfam, persischer Tenor, Frankfurt:

Sehr geehrter Herr Stefan Kuntz,
Ich möchte mich bei Ihnen von ganzem Herz, wegen Ihre einmalige
Beratung, die sicherlich sehr nutzlich sind, bedanken.
Ihre Beratung habe ich immer hoch geschätzt, und hat mir
viel geholfen.
Ich hoffe, Sie erlauben mir, daß ich diese große Gelegenheit
auch in Zukunft nutze.
Ich bin der Meinung, wenn die Künzler mit Ihnen zu tun haben,
werden zwar sehr gut, und sehr zuverlässig beraten, aber auch
vor allem haben mit einem unheimlich netten Mensch mit viel
Humor und Freundlichkeit zutun. All diesen Eigenschaften
sind auch leicht von Ihre Stimmfarbe erkennbar.
Ich wünsche Ihnen Frühling-noch viel im Leben-damit auch die
Künzler sich freuen/ Ruhe haben.
Viele freundliche Grüße aus Frankfurt, natürlich nicht mit
Hessischem Dialekt.


Ulrike Heeke, München

... die KSK hat mich aufgenommen, und ich möchte mich für Ihre gute Beratung bedanken.


Samuel Enslin, recklessfactory, Bern

... ein grosses Lob zu Ihrem Ratgeber. Da steht wirklich alles drin, was man wissen muss und noch einiges mehr!


Alf Mahlo, Ritter-Blaubart-Management, Dresden:

Ich danke Dir für Deine regelmäßigen Infos, die mir sehr durch den Organisations-Wust helfen.


Peter Henze, Theater Henze & Co. Arbste:

Danke für so viele Ausgaben und Jahre der Off-Informationen !!! Hab gerne immer von Dir gehört und hab viel gelernt - und tue das über Deine newsletter auch weiterhin gern.


Andreas Schantz, Tarnkappentheater, Ebersberg

Grüße Sie Herr Kuntz
Danke für die Beratung in der Kunst.

Vielleicht dann bis nächstes Jahr,
bin ich mit Ihren Tips schon ein Star.

Hut ab, vor Ihrem Engagement und Wissen,
möchte den "heavy rat" nicht missen.

So wünsch ich Ihnen lang und breit
eine ruhige Weihnachtszeit.


Klaus Roth, D.A.S. Theater, Köln

Mein Dank an Dich für das große Engagement und die viele Arbeit,
die Du für die "Freien" geleistet hast und - so denke ich - noch leisten wirst.
Besonders das "Survival-Kit" sollte ein Muss für jeden sein, der als Freier Kulturschaffender erfolgreich sein will. Auch der Newsletter gibt mir, auch nach 15 Jahren in Geschäft, immer wieder neue Anregungen.
Natürlich kann man ohne Ahnung, ohne Karte, ohne Navigationsgerät losfahren, um sein Ziel zu erreichen. Man kommt schon irgendwie an.
Aber Deine Infos, Stefan, ersparen doch viele Umwege, viel Ärger und viel Geld.
Danke, Klaus, D.a.s. Theater


Martin Ellrodt, Nürnberg:

ich habe mich immer über die OFF-Informationen gefreut und sie gleich durchforstet. Wessen Handschrift sie trugen, war leicht an Deinem zuweilen sarkastischen Ton zu erkennen - mich hat er ergötzt. Ich danke Dir also als kleines, bescheidenes Nicht-Einmal-Mitglied für all Deine Arbeit, Deine Mühen, den ertragenen Frust und hoffe, dass Du die Erfahrungen unter "gemacht und nach bestem Wissen gelebt" verbuchen kannst und ab und an auch mal Freude dabei hattest.


Horst Emrich, kaba-reh production, Stuttgart

auch ich möchte mich für dein Engagement deiner 56 Info Briefe bedanken. Ich habe sie immer aufmerksam gelesen und weiß wieviel Zeit und Kraft drin steckt. Also vielen Dank.


Darmstädter Echo, 27.11.2007, Anja Trieschmann,

unter der Überschrift:

"Kunst des Verkaufens - Kulturmarketing - Seminare vermitteln Strategien der Selbstvermarktung"

..Statt Tiefenbohrungen in betriebswirtschaftlichem Denken bietet er, wie auf seiner Webseite zu lesen ist, eine “Zusammenschau vieler Probleme”, also ganzheitlich orientierte Strategien an. Das heißt, er blickt nicht nur als kühler Verkaufs-Manager, sondern auch als Künstler auf die Ratsuchenden, kennt ihre Schwellenängste und weiß um die häufigsten Nöte im Alltag....


Pressestimmen
zum Buch "Survival Kit"


ballett-tanz, Januar 2003 (mit freundlicher Erlaubnis des Herausgebers)

Versicherungen

Mit 36 in Rente?

Versicherungen für Tänzer sind eine Sache für sich.
Greift bei ihnen etwa der Moment der "Berufsunfähigkeit" schon dann, wenn sie aufgrund ihres Alters kein Engagement mehr erhalten? Oder doch eher die Arbeitslosenversicherung? Hartmut Regitz hat sich Rat geholt.


Das "Überleben in der Bürokratie" ist nicht einfach.
Nicht für "Tänzerinnen und andere Irre", an die sich ein Stefan Kuntz mit seinem "Survival-Seminar" wendet. Stefan Kuntz ist Theatermacher, Buchautor, Redakteur einer Zeitschrift, die er per eMail vertreibt. Vor allem aber ist Kuntz Unternehmensberater und auf Künstler spezialisiert, zu denen er nicht nur Theaterleute, bildende Künstler, Autoren, Musiker und mit Einschränkungen "Journalisten, Filmfrauen und Fernsehmänner" zählt, sondern auch Tänzer und Tänzerinnen. Jene, die sich angesichts der jüngsten Entwicklungen schon mol fragen: "Wie kann frau vom Tanzen leben, trotz des Tanzens leben und noch dem Tanzen leben?"
Stefan Kuntz hat auf alles eine Antwort. Darauf, wie man in die Künstlersozialkasse reinkommt. Welcher Computer am ehesten was taugt, und welche Telefonanlage. "Eine Frau hat mich mal gefragt, wie viele Scheinwerfer sie an eine Steckdose hängen kann. Andere wussten nicht, wie sie ihr Büro organisieren sollten. Solchen Leuten gebe ich ein paar Tipps, wie sie Ordnung ins kreative Chaos kriegen, oder welches Gerät sie am besten beschaffen." Ein Anruf genügt.Ein Mini-Rat ist gratis", erklärt Kuntz, der in Nordrhein-Westfalen auch im Auftrag von ver.di berät. "Sonst rollt der Rubel." Anders gesagt: bezahlt wird nach ähnlichen Minutensätzen wie beim Steuerberater oder Rechtsanwalt: 90 Euro brutto die Stunde.


Ein Normalfall
Das Geld lohnt sich, schließlich kann nicht jeder wissen, ob er sich richtig versorgt und versichert hat. Bleiben wir zunächst beim Normalfall: einem Tänzer an einer subventionierten Bühne. Der zählt zwar derzeit noch zu den Angestellten, und ist als solcher kranken- und rentenversichert. Auch ist er in der "Bayerischen" - der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen -pflichtversichert und darüber hinaus automatisch Mitglied in einer Berufsgenossenschaft, die bei Unfällen mit Verletztengeld und möglicherweise einer Rente aushilft. All das kann irgendwann in den Jahren mal zu einer vernünftigen Alterssicherung führen - gesetzt den Fall, man hat lang und gut genug verdient. Aber, fragen sich nicht wenige Tänzer, reicht dieser Schutz noch aus in einer Zeit, in der immer mehr Theater aus dem Flächentarifvertrag mit den Gewerkschaften aussteigen und eigene Betriebsvereinbarungen schließen? "Über die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte" (BfA), gibt auch Stefan Kuntz zu bedenken, "besteht ein ganz normaler Erwerbsunfähigkeitsschutz, der irgendwann mal auch zu einer Rente führen kann. Doch diese Rente ist ein Witz -erst recht in einer Zeit, in der Leistungen und Summen abgeschmolzen werden."
Was tun, spricht Zeus. Soll sich der Tänzer etwas ansparen? Braucht er eine zusätzliche Versicherung, falls ihm im Beruf etwas zustoßen sollte? Reicht die Rente? Fragen, auf die erst einmal ein Buch von Stefan Kuntz "Survivalkit Freie Theater", dann er selbst eine Antwort geben können. "Alles eine Frage der Prioritäten", sagt er. "Kein Fall kann allgemein behandelt werden."


Der Gruppenvertrag für Ballett-Tänzer/innen
Das meint auch die Hähnel Assekuranzmakler KG in Mülheim, die eine Marktlücke entdeckt zu haben glaubt. "Ballett-Tänzer haben keine hohe Berufserwartung, was die Zahl der Berufsjahre und ihre Verletzungsanfälligkeit betrifft", meint Geschäftsführer Ulrich Hähne! und sieht Handlungsbedarf: "Es gibt 130 Lebensversicherer in Deutschland, und nur zwei davon sehen sich in der Lage, das Risiko einer Berufsunfähigkeit überhaupt zu versichern". Einer davon ist der Gerling-Konzern, mit dem die Hähnel Assekuranz nach Rücksprache mit aktiven Tänzern, Berufsverbänden, nicht zuletzt mit der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheater-Direktoren-Konferenz einen "Gruppenvertrag zur Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung für BallettTänzer/innen" entwickelt, der ihren speziellen Bedürfnissen Rechnung tragen soll. Wie die Bezeichnung schon sagt: eine kombinierte Versicherung, bei der ein Tänzer "selber das Verhältnis van Berufsunfähigkeits- und Rentenversicherung bestimmen kann". Er hat die Wahl zwischen einer monatlichen Beitragszahlung in Höhe von 50 und 100 Euro und einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 500 oder 750 Euro, falls ihm vor dem 35. Lebensjahr auf der Bühne oder im Probensaal etwas passiert. Auch Berufserkrankungen, so Hähnel, sind Teil der Vereinbarung. Nach dem 35. Lebensjahr "ein Durchschnittswert, der auf 80 Prozent aller betroffenen Ballett-Tänzer zutrifft" -erlischt ein Teil der Versicherung (und damit ein Teil der Beitragszahlung), ein Anspruch auf Altersrente {und entsprechende Beitragszahlung) ist davon unberührt.
Die Vorteile eines solchen "Gruppenvertrags" - der nicht in Gruppen, sondern immer individuell abgeschlossen wird -liegen auf der Hand; Die Gesundheitsprüfung berücksichtigt tänzerspezifische Besonderheiten und ist als knapper Fragenkatalog abgefasst. Die Beiträge sind "rabattiert", d. h. geringer als bei Individualverträgen. Und es gibt keine Wartezeit; der Versicherungsschutz besteht im Gegenteil vom ersten Tag des Vertrags an, und das in der fixierten Höhe. Und er besteht auch dann, wenn ein Tänzer von einem deutschen Theater in ein anderes innerhalb der EU überwechselt und von dort seinen Obolus entrichtet. Anders gesagt; Jeder angestellte Tänzer eines deutschen Theaters, gleich welcher Nationalität, genießt Versicherungsschutz, solange er sich in der EU aufhält. Die Versicherung engt seinen Aktionsradius nicht ein.
Der große Nachteil: Er gilt nur für angestellte Tänzer, und er gilt im Fall der Berufsunfähigkeitsrente nur bis zu einem Alter von 35 Jahren -"und verrät sehr traditionelle Vorstellungen vom Berufsleben", so Stefan Kuntz, "bei denen sich mir die Haare sträuben". Kein Problem sieht darin Ulrich Hähnel, der einen Versicherungsschutz bis zum 40. Lebensjahres angesichts des hohen Risikos nicht hat durchsetzen können. "Natürlich kann sich jeder gegen Berufsunfähigkeit versichern, so lang er Lust hat, aber dann gehen ihm die kostengünstigen Konditionen des <Gruppenvertrags> verloren." Hähnel: "Klar, nach 35 tanzt der Tänzer auf eigenes Risiko, und keiner wird sich vom Tanzen durch eine Versicherung abhalten lassen. Aber mit 35 steht er schon fünfzehn Jahre im Beruf und erhält dann eine wesentliche bessere Summe aus den beiden anderen Sozialsystemen - sprich BfA und Berufsgenossenschaft." Überspitzt gesagt: "Je länger unsere Versicherung läuft, desto unwichtiger wird sie." Zumindest in dieser Hinsicht.


Berufsbezogene Zuwendungen in der DDR
Allerdings kann man bei der BfA, bzw. LfA manchmal sein blaues Wunder erleben. "Ausgangspunkt für die rentenrechtliche Beurteilung", gibt die lfA Sachsen noch am 11. April 2002 zum Besten, "ist ihr Hauptberuf. Hauptberuf", heißt es weiter, "kann nur eine Tätigkeit sein, die potenziell bis zu einer in der gesetzlichen Rentenversicherung geltenden Altersgrenze (regelmäßig bis zum 65. Lebensjahr ...) ausgeübt wird. Die Tätigkeit als Ballett-Tänzerin kann jedoch, wie allgemein kundig, selbst bei völliger Gesundheit, schon <altersbedingt> nicht bis zur genannten Altersgrenze ausgeübt werden. Insofern stand die <Notwendigkeit der Rückkehr in einen normalen Beruf noch absehbarer Zeit> von vornherein fest. Eine mögliche gesundheitliche Lösung von der Tätigkeit als Ballen-Tänzerin ist somit ohne Bedeutung." Und da nicht sein kann, was nicht sein darf, gilt folgender Bescheid: "Da die Tätigkeit als Ballen-Tänzerin nicht Hauptberuf sein kann, genießen Sie als solche auch keinen Berufsschutz."
Ein Satz, der es ihn sich hat. Die Interessengemeinschaft ehemaliger Ballettmitglieder der DDR hat ihn denn auch gleich mehrfach gelesen, und nicht nur das: Sie zog bis vors Bundesverfassungsgericht, um die "berufsbezogene Zuwendung für Tänzer" einzuklagen, die, 1976 vom Ministerrat der DDR großzügig wie gerechtfertigt gewährt, im wiedervereinigten Deutschland zum 31. Dezember 1991 im Zug des Rentenanpassungsgesetzes ersatzlos gestrichen wurde. Seit 1992 setzen sich die rund 8OO Mitglieder der Interessengemeinschaft zur Wehr, und zumindest in Teilbereichen haben Monika Ehrhardt-Lakomy und Hadmut Fritzsche samt ihrem Rechtsvertreter Dr. Karl-Heinz Christoph kleinere Erfolge erzielt. Der große Durchbruch in einer Anerkennung ihrer Versorgungsansprüche (und ihres Berufsstands) ist allerdings auch ihnen nicht gelungen. Das Bundesverfassungsgericht nahm nach zehn Jahren Bedenkzeit am 2. Juli 2002 die "Verfassungsbeschwerde ehemaliger Ballettmitglieder an staatlichen Einrichtungen in der DDR" gar nicht erst zur Verhandlung an.
Ein Skandal, meinen Ehrhardt-Lakomy und Hadmut Fritzsche, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Versorgungsmöglichkeiten, die den Tänzern in den alten Bundesländern, nicht aber in den neuen offen standen. Sie wenden sich nun mit ihrer Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg und hoffen, dass er dort - vielleicht im Rahmen einer europäischen Regelung - etwas fruchtet. Möglicherweise hilft auch ein Gesetz, das die CDU in diesem Jahr auf den Weg bringen will, das den Tänzerberuf "festschreiben" soll.


Zu große Erwartungen darf man allerdings nicht an diese Gesetzesinitiative knüpfen, meint Stefan Kuntz. "In Zeiten, in denen Regelungen gelockert werden und alles dem Markt überlassen wird, sind das Versuche von vorgestern. Meiner Ansicht nach wird ohnehin über kurz oder lang die Grauzone zwischen professionellen Künstlern und Amateuren größer. Die Grenzen verschwimmen. Es drohen amerikanische Verhältnisse, d. h. Theaterleute wie Tänzer müssen sich zunehmend auf andere Weise finanzieren."
Wie das aussieht? "Sie arbeiten als Lehrer oder als Taxifahrer und versuchen in kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen, um in ihrer Freizeit - auf durchaus professionellem Niveau - ihrer Kunst zu frönen." Kuntz erzählt von einem 99-Platz-Theater in Los Angeles, bei dem ein Schauspieler 3000 Dollar berappen muss, bevor er mitspielen darf und trotzdem bewerben sich bis zu 400 Leute dafür, immer in der Hoffnung, von einem Hollywood-Agenten entdeckt zu werden.
Noch ist das Schreckensszenario nicht bundesdeutsche Wirklichkeit, und deshalb sollten auch diejenigen, bei denen der "Gruppenvertrag" nicht so richtig greift, rechtzeitig Vorsorge treffen.


Der freie Tänzer
Als allererstes muss ein freier Tänzer Prioritäten setzen. Was ist das Wichtigste? Eine Haftpflichtversicherung, um Haftungsansprüche von Dritten, d. h. Publikum oder Veranstalter, abwenden zu können? Ein Sparbuch, um für die Zeit der Nichtbeschäftigung ein kleines Finanzpolster zu haben? Ein "riesterfähiger" Banksparplan etwa, um sich den "Riesterzuschuss" und eine vernünftige Rendite zu sichern? Eine Lebensversicherung? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Beides kombiniert, wie von der Hähnel Assekuranz angeboten (dann allerdings zu individuellen Konditionen, die teurer werden können)?

Kuntz empfiehlt jedem, zuerst in die Berufsgenossenschaft einzutreten. Die macht keine Schwierigkeiten und kostet derzeit nur 180 Euro pro Jahr. Wie die BfA ist sie vor allem an Reha-Maßnahmen interessiert, auch wenn sie Unsummen verschlingen können; der verunglückte Tänzer soll ja kein Fall für die Rente werden. Eine private Unfallversicherung dagegen zahlt - frei noch dem Motto: "Kauf dir für die 20.000 Euro 'nen schönen Rollstuhl!"
Stefan Kuntz hat für alle freien Ensembles, aber auch für angestellte Tänzer eine weitere Alternative parat: eine Versicherung beim VBLU. Beim so genannten Versorgungsverbund bundes- und landesgeförderter Unternehmen handelt es sich um einen Zusammenschluss von zwanzig Lebensversicherungen, der seinerzeit von der ÖTV gegründet wurde. Sie hat für alle Leute im "Dunstkreis des öffentlichen Dienstes" eine Lebensversicherung aufgelegt, in deren Genuss auch Tänzer kommen können vorausgesetzt, sie arbeiten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses innerhalb eines Ensembles. Wie beim "Gruppenvertrag" erfolgt keine Gesundheitsprüfung. Man kann jederzeit seinen Beitrag erhöhen oder senken, und hat schon noch fünf Jahren einen Berufsunfähigkeitsschutz. "So etwas gibt es in keiner anderen Lebensversicherung", urteilt Stefan Kuntz: "Der Berufsunfähigkeitsschutz ist sozusagen gratis mitversichert, ohne die entsetzlichen Abschläge in der Rentenleistung."
Das Überleben auf freier Wildbahn scheint gar nicht so schwierig, auch wenn die Praxis erfindungsreich immer wieder Fallen stellt. Ein guter Rat kann immer weiterhelfen, und er muss, wie gesagt, nicht unbedingt teuer sein.


zuletzt aktualisiert 2.7.2010