Presseecho auf "Survival Kit Freies Theater und Freier Tanz"
ein Artikel aus ballett-tanz vom Jan. 2003
Barbara Scheel, Babuschka-Theater, Eppingen
Ich bewundere, mit welcher Konsequenz du dich für die Belange der KünstlerInnen einsetzt.
Kerstin Wagner Tanzpädagogin, Bonn
Schön, dass es Sie gibt! Mit ganz lieben Grüßen
Ilona Winter, Berlin
einfach einen Gruß aus Berlin-Tempelhof und einen großen Dank für den besten Newsletter im World-wide-web.
Klaus-Volker Roth, D.a.S. Theater, Köln
du wirst es schon oft gehört haben; auch ich habe es schon des öfteren geäußert: Der Newsletter ist eine tolle Sache. Kompetent, knapp und hilfreich. Dank von mir - auch im Namen der künstlerisch Schaffenden aus Stadt und Land.
Christoph Buchfink, Buchfink-Theater, Göttingen
ich habe die 23 Mäuse überwiesen und freue mich auf ein weiteres heavy-Jahr. Bei den derzeitigen Umstrukturierungen bin ich recht froh, dass Du Dir so viel Mühe machst, alles verständlich zu Papier (bzw. mail) zu bringen. Tausend Dank also
Kirstin Borchert, Theaterpraxis, Erlangen
herzlichen Dank für Ihre erfolgreiche Beratung! Ich habe nun den Bescheid über meine Versicherungspflicht bei der KSK und die Aufhebung des vorherigen Ablehnungsbescheids erhalten. Gerne empfehle ich Sie weiter und wende mich bei Fragen wieder an Sie.
Sonnenstrahlen des Lobes: danke für deine exzellente heavy newsletter. Die Infos zum Thema Krankengeld sind für uns sehr hilfreich. Dankeeee. Sonnengrüße aus Heilbronn
Katja Iser, Heimertingen, www.clownerie-comedie.de
die Beratung war sehr gut! jetzt bin ich beruhigt.
Ich fand es schön mit Ihnen zu telefonieren, nicht nur das Buch ist
toll - Sie klingen auch sehr sympathisch.
Nadja Grotefendt, Hamburg, eineanderewelt
Lieber, vielen Dank für den Künstlerrat, es rührt mich sehr, dass Du so freigebig mit Deinem Wissen bist. Das finde ich eine echte Größe als Mensch. Herzlichen Dank, weiterhin frohes schaffen
Jan Rymon, Berlin
Vielen Dank auch mal für Ihre Arbeit! Die Informationen sind sehr hilfreich, weil absolut praxisnah ausgewählt, fundiert recherchiert und für In-Geldsachen-Unbegabte wie mich meist verständlich formuliert.
Dr. Harry Keaton, Magic Man, Offenbach
vielen Dank: die Beratung war sehr hilfreich und ich wende mich in Zukunft gerne wieder an Sie (habe auch zwischenzeitlich wiederholt Werbung für Sie gemacht, weil Ihre Beratung einfach sehr auf den Punkt kommt). Mit den besten, zauberhaften Grüßen
Bernd Uwe Marszan, Wuppertal
Die Info und News auf Ihrer Site sind eine echte Hilfe für mich; auf viele Fragen gibt es adäquate Antworten. Ein echter Hammer für die "angeschwollene Gehirnbirne" !!! Seit 8 Jahren bin ich jetzt in der freien Szene unterwegs, nachdem ich 12 Jahre Solist des Tanztheater Wuppertal - Pina Bausch war.
Karina Rey, DIS1 Marketing & Kommunikation:
Ihr Rat und Ihre Hilfe waren gut! Mit lieben Grüßen!
Ronald Schaller, Schaller Entertainment, Berlin
Alle Fragen, die ich hatte, lösten sich durch Ihr „Survivalkit“. Ein tolles Buch.
Arvin Mahfam, persischer Tenor, Frankfurt:
Sehr geehrter Herr Stefan Kuntz,
Ich möchte mich bei Ihnen von ganzem Herz, wegen Ihre einmalige
Beratung, die sicherlich sehr nutzlich sind, bedanken.
Ihre Beratung habe ich immer hoch geschätzt, und hat mir
viel geholfen.
Ich hoffe, Sie erlauben mir, daß ich diese große Gelegenheit
auch in Zukunft nutze.
Ich bin der Meinung, wenn die Künzler mit Ihnen zu tun haben,
werden zwar sehr gut, und sehr zuverlässig beraten, aber auch
vor allem haben mit einem unheimlich netten Mensch mit viel
Humor und Freundlichkeit zutun. All diesen Eigenschaften
sind auch leicht von Ihre Stimmfarbe erkennbar.
Ich wünsche Ihnen Frühling-noch viel im Leben-damit auch die
Künzler sich freuen/ Ruhe haben.
Viele freundliche Grüße aus Frankfurt, natürlich nicht mit
Hessischem Dialekt.
Ulrike Heeke, München
... die KSK hat mich aufgenommen, und ich möchte mich für Ihre gute Beratung bedanken.
Samuel Enslin, recklessfactory, Bern
... ein grosses Lob zu Ihrem Ratgeber. Da steht wirklich alles drin, was man wissen muss und noch einiges mehr!
Alf Mahlo, Ritter-Blaubart-Management, Dresden:
Ich danke Dir für Deine regelmäßigen Infos, die mir sehr durch den Organisations-Wust helfen.
Peter Henze, Theater Henze & Co. Arbste:
Danke für so viele Ausgaben und Jahre der Off-Informationen !!! Hab gerne immer von Dir gehört und hab viel gelernt - und tue das über Deine newsletter auch weiterhin gern.
Andreas Schantz, Tarnkappentheater, Ebersberg
Grüße Sie Herr Kuntz
Danke für die Beratung in der Kunst.
Vielleicht dann bis nächstes Jahr,
bin ich mit Ihren Tips schon ein Star.
Hut ab, vor Ihrem Engagement und Wissen,
möchte den "heavy rat" nicht missen.
So wünsch ich Ihnen lang und breit
eine ruhige Weihnachtszeit.
Klaus Roth, D.A.S. Theater, Köln
Mein Dank an Dich für das große Engagement und
die viele Arbeit,
die Du für die "Freien" geleistet hast und - so denke ich
- noch leisten wirst.
Besonders das "Survival-Kit" sollte ein Muss für jeden sein,
der als Freier Kulturschaffender erfolgreich sein will. Auch der Newsletter
gibt mir, auch nach 15 Jahren in Geschäft, immer wieder neue Anregungen.
Natürlich kann man ohne Ahnung, ohne Karte, ohne Navigationsgerät
losfahren, um sein Ziel zu erreichen. Man kommt schon irgendwie an.
Aber Deine Infos, Stefan, ersparen doch viele Umwege, viel Ärger und
viel Geld.
Danke, Klaus, D.a.s. Theater
Martin Ellrodt, Nürnberg:
ich habe mich immer über die OFF-Informationen gefreut und sie gleich durchforstet. Wessen Handschrift sie trugen, war leicht an Deinem zuweilen sarkastischen Ton zu erkennen - mich hat er ergötzt. Ich danke Dir also als kleines, bescheidenes Nicht-Einmal-Mitglied für all Deine Arbeit, Deine Mühen, den ertragenen Frust und hoffe, dass Du die Erfahrungen unter "gemacht und nach bestem Wissen gelebt" verbuchen kannst und ab und an auch mal Freude dabei hattest.
Horst Emrich, kaba-reh production, Stuttgart
auch ich möchte mich für dein Engagement deiner 56 Info Briefe bedanken. Ich habe sie immer aufmerksam gelesen und weiß wieviel Zeit und Kraft drin steckt. Also vielen Dank.
Darmstädter Echo, 27.11.2007, Anja Trieschmann,
unter der Überschrift:
"Kunst des Verkaufens - Kulturmarketing - Seminare vermitteln Strategien der Selbstvermarktung"
..Statt Tiefenbohrungen in betriebswirtschaftlichem Denken bietet er, wie auf seiner Webseite zu lesen ist, eine “Zusammenschau vieler Probleme”, also ganzheitlich orientierte Strategien an. Das heißt, er blickt nicht nur als kühler Verkaufs-Manager, sondern auch als Künstler auf die Ratsuchenden, kennt ihre Schwellenängste und weiß um die häufigsten Nöte im Alltag....
ballett-tanz, Januar 2003 (mit freundlicher Erlaubnis des Herausgebers)
Versicherungen
Mit 36 in Rente?
Versicherungen für Tänzer sind
eine Sache für sich.
Greift bei ihnen etwa der Moment der "Berufsunfähigkeit"
schon dann, wenn sie aufgrund ihres Alters kein Engagement mehr erhalten?
Oder doch eher die Arbeitslosenversicherung? Hartmut Regitz hat sich Rat
geholt.
Das "Überleben in der Bürokratie" ist
nicht einfach.
Nicht für "Tänzerinnen und andere Irre", an die sich
ein Stefan Kuntz mit seinem "Survival-Seminar" wendet. Stefan
Kuntz ist Theatermacher, Buchautor, Redakteur einer Zeitschrift, die er
per eMail vertreibt. Vor allem aber ist Kuntz Unternehmensberater und auf
Künstler spezialisiert, zu denen er nicht nur Theaterleute, bildende
Künstler, Autoren, Musiker und mit Einschränkungen "Journalisten,
Filmfrauen und Fernsehmänner" zählt, sondern auch Tänzer
und Tänzerinnen. Jene, die sich angesichts der jüngsten Entwicklungen
schon mol fragen: "Wie kann frau vom Tanzen leben, trotz des Tanzens
leben und noch dem Tanzen leben?"
Stefan Kuntz hat auf alles eine Antwort. Darauf, wie man in die Künstlersozialkasse
reinkommt. Welcher Computer am ehesten was taugt, und welche Telefonanlage.
"Eine Frau hat mich mal gefragt, wie viele Scheinwerfer sie an eine
Steckdose hängen kann. Andere wussten nicht, wie sie ihr Büro
organisieren sollten. Solchen Leuten gebe ich ein paar Tipps, wie sie Ordnung
ins kreative Chaos kriegen, oder welches Gerät sie am besten beschaffen."
Ein Anruf genügt.Ein Mini-Rat ist gratis", erklärt Kuntz,
der in Nordrhein-Westfalen auch im Auftrag von ver.di berät. "Sonst
rollt der Rubel." Anders gesagt: bezahlt wird nach ähnlichen Minutensätzen
wie beim Steuerberater oder Rechtsanwalt: 90 Euro brutto die Stunde.
Ein Normalfall
Das Geld lohnt sich, schließlich kann nicht jeder wissen, ob er sich
richtig versorgt und versichert hat. Bleiben wir zunächst beim Normalfall:
einem Tänzer an einer subventionierten Bühne. Der zählt zwar
derzeit noch zu den Angestellten, und ist als solcher kranken- und rentenversichert.
Auch ist er in der "Bayerischen" - der Versorgungsanstalt der
deutschen Bühnen -pflichtversichert und darüber hinaus automatisch
Mitglied in einer Berufsgenossenschaft, die bei Unfällen mit Verletztengeld
und möglicherweise einer Rente aushilft. All das kann irgendwann in
den Jahren mal zu einer vernünftigen Alterssicherung führen -
gesetzt den Fall, man hat lang und gut genug verdient. Aber, fragen sich
nicht wenige Tänzer, reicht dieser Schutz noch aus in einer Zeit, in
der immer mehr Theater aus dem Flächentarifvertrag mit den Gewerkschaften
aussteigen und eigene Betriebsvereinbarungen schließen? "Über
die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte" (BfA), gibt auch
Stefan Kuntz zu bedenken, "besteht ein ganz normaler Erwerbsunfähigkeitsschutz,
der irgendwann mal auch zu einer Rente führen kann. Doch diese Rente
ist ein Witz -erst recht in einer Zeit, in der Leistungen und Summen abgeschmolzen
werden."
Was tun, spricht Zeus. Soll sich der Tänzer etwas ansparen? Braucht
er eine zusätzliche Versicherung, falls ihm im Beruf etwas zustoßen
sollte? Reicht die Rente? Fragen, auf die erst einmal ein Buch von Stefan
Kuntz "Survivalkit Freie Theater", dann er selbst eine Antwort
geben können. "Alles eine Frage der Prioritäten", sagt
er. "Kein Fall kann allgemein behandelt werden."
Der Gruppenvertrag für Ballett-Tänzer/innen
Das meint auch die Hähnel Assekuranzmakler KG in Mülheim, die
eine Marktlücke entdeckt zu haben glaubt. "Ballett-Tänzer
haben keine hohe Berufserwartung, was die Zahl der Berufsjahre und ihre
Verletzungsanfälligkeit betrifft", meint Geschäftsführer
Ulrich Hähne! und sieht Handlungsbedarf: "Es gibt 130 Lebensversicherer
in Deutschland, und nur zwei davon sehen sich in der Lage, das Risiko einer
Berufsunfähigkeit überhaupt zu versichern". Einer davon ist
der Gerling-Konzern, mit dem die Hähnel Assekuranz nach Rücksprache
mit aktiven Tänzern, Berufsverbänden, nicht zuletzt mit der Bundesdeutschen
Ballett- und Tanztheater-Direktoren-Konferenz einen "Gruppenvertrag
zur Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung für BallettTänzer/innen"
entwickelt, der ihren speziellen Bedürfnissen Rechnung tragen soll.
Wie die Bezeichnung schon sagt: eine kombinierte Versicherung, bei der ein
Tänzer "selber das Verhältnis van Berufsunfähigkeits-
und Rentenversicherung bestimmen kann". Er hat die Wahl zwischen einer
monatlichen Beitragszahlung in Höhe von 50 und 100 Euro und einer monatlichen
Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 500 oder 750 Euro, falls ihm
vor dem 35. Lebensjahr auf der Bühne oder im Probensaal etwas passiert.
Auch Berufserkrankungen, so Hähnel, sind Teil der Vereinbarung. Nach
dem 35. Lebensjahr "ein Durchschnittswert, der auf 80 Prozent aller
betroffenen Ballett-Tänzer zutrifft" -erlischt ein Teil der Versicherung
(und damit ein Teil der Beitragszahlung), ein Anspruch auf Altersrente {und
entsprechende Beitragszahlung) ist davon unberührt.
Die Vorteile eines solchen "Gruppenvertrags" - der nicht in Gruppen,
sondern immer individuell abgeschlossen wird -liegen auf der Hand; Die Gesundheitsprüfung
berücksichtigt tänzerspezifische Besonderheiten und ist als knapper
Fragenkatalog abgefasst. Die Beiträge sind "rabattiert",
d. h. geringer als bei Individualverträgen. Und es gibt keine Wartezeit;
der Versicherungsschutz besteht im Gegenteil vom ersten Tag des Vertrags
an, und das in der fixierten Höhe. Und er besteht auch dann, wenn ein
Tänzer von einem deutschen Theater in ein anderes innerhalb der EU
überwechselt und von dort seinen Obolus entrichtet. Anders gesagt;
Jeder angestellte Tänzer eines deutschen Theaters, gleich welcher Nationalität,
genießt Versicherungsschutz, solange er sich in der EU aufhält.
Die Versicherung engt seinen Aktionsradius nicht ein.
Der große Nachteil: Er gilt nur für angestellte Tänzer,
und er gilt im Fall der Berufsunfähigkeitsrente nur bis zu einem Alter
von 35 Jahren -"und verrät sehr traditionelle Vorstellungen vom
Berufsleben", so Stefan Kuntz, "bei denen sich mir die Haare sträuben".
Kein Problem sieht darin Ulrich Hähnel, der einen Versicherungsschutz
bis zum 40. Lebensjahres angesichts des hohen Risikos nicht hat durchsetzen
können. "Natürlich kann sich jeder gegen Berufsunfähigkeit
versichern, so lang er Lust hat, aber dann gehen ihm die kostengünstigen
Konditionen des <Gruppenvertrags> verloren." Hähnel: "Klar,
nach 35 tanzt der Tänzer auf eigenes Risiko, und keiner wird sich vom
Tanzen durch eine Versicherung abhalten lassen. Aber mit 35 steht er schon
fünfzehn Jahre im Beruf und erhält dann eine wesentliche bessere
Summe aus den beiden anderen Sozialsystemen - sprich BfA und Berufsgenossenschaft."
Überspitzt gesagt: "Je länger unsere Versicherung läuft,
desto unwichtiger wird sie." Zumindest in dieser Hinsicht.
Berufsbezogene Zuwendungen in der DDR
Allerdings kann man bei der BfA, bzw. LfA manchmal sein blaues Wunder erleben.
"Ausgangspunkt für die rentenrechtliche Beurteilung", gibt
die lfA Sachsen noch am 11. April 2002 zum Besten, "ist ihr Hauptberuf.
Hauptberuf", heißt es weiter, "kann nur eine Tätigkeit
sein, die potenziell bis zu einer in der gesetzlichen Rentenversicherung
geltenden Altersgrenze (regelmäßig bis zum 65. Lebensjahr ...)
ausgeübt wird. Die Tätigkeit als Ballett-Tänzerin kann jedoch,
wie allgemein kundig, selbst bei völliger Gesundheit, schon <altersbedingt>
nicht bis zur genannten Altersgrenze ausgeübt werden. Insofern stand
die <Notwendigkeit der Rückkehr in einen normalen Beruf noch absehbarer
Zeit> von vornherein fest. Eine mögliche gesundheitliche Lösung
von der Tätigkeit als Ballen-Tänzerin ist somit ohne Bedeutung."
Und da nicht sein kann, was nicht sein darf, gilt folgender Bescheid: "Da
die Tätigkeit als Ballen-Tänzerin nicht Hauptberuf sein kann,
genießen Sie als solche auch keinen Berufsschutz."
Ein Satz, der es ihn sich hat. Die Interessengemeinschaft ehemaliger Ballettmitglieder
der DDR hat ihn denn auch gleich mehrfach gelesen, und nicht nur das: Sie
zog bis vors Bundesverfassungsgericht, um die "berufsbezogene Zuwendung
für Tänzer" einzuklagen, die, 1976 vom Ministerrat der DDR
großzügig wie gerechtfertigt gewährt, im wiedervereinigten
Deutschland zum 31. Dezember 1991 im Zug des Rentenanpassungsgesetzes ersatzlos
gestrichen wurde. Seit 1992 setzen sich die rund 8OO Mitglieder der Interessengemeinschaft
zur Wehr, und zumindest in Teilbereichen haben Monika Ehrhardt-Lakomy und
Hadmut Fritzsche samt ihrem Rechtsvertreter Dr. Karl-Heinz Christoph kleinere
Erfolge erzielt. Der große Durchbruch in einer Anerkennung ihrer Versorgungsansprüche
(und ihres Berufsstands) ist allerdings auch ihnen nicht gelungen. Das Bundesverfassungsgericht
nahm nach zehn Jahren Bedenkzeit am 2. Juli 2002 die "Verfassungsbeschwerde
ehemaliger Ballettmitglieder an staatlichen Einrichtungen in der DDR"
gar nicht erst zur Verhandlung an.
Ein Skandal, meinen Ehrhardt-Lakomy und Hadmut Fritzsche, nicht zuletzt
vor dem Hintergrund der Versorgungsmöglichkeiten, die den Tänzern
in den alten Bundesländern, nicht aber in den neuen offen standen.
Sie wenden sich nun mit ihrer Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte in Strasbourg und hoffen, dass er dort - vielleicht
im Rahmen einer europäischen Regelung - etwas fruchtet. Möglicherweise
hilft auch ein Gesetz, das die CDU in diesem Jahr auf den Weg bringen will,
das den Tänzerberuf "festschreiben" soll.
Zu große Erwartungen darf man allerdings nicht an diese Gesetzesinitiative
knüpfen, meint Stefan Kuntz. "In Zeiten, in denen Regelungen gelockert
werden und alles dem Markt überlassen wird, sind das Versuche von vorgestern.
Meiner Ansicht nach wird ohnehin über kurz oder lang die Grauzone zwischen
professionellen Künstlern und Amateuren größer. Die Grenzen
verschwimmen. Es drohen amerikanische Verhältnisse, d. h. Theaterleute
wie Tänzer müssen sich zunehmend auf andere Weise finanzieren."
Wie das aussieht? "Sie arbeiten als Lehrer oder als Taxifahrer und
versuchen in kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen, um in ihrer
Freizeit - auf durchaus professionellem Niveau - ihrer Kunst zu frönen."
Kuntz erzählt von einem 99-Platz-Theater in Los Angeles, bei dem ein
Schauspieler 3000 Dollar berappen muss, bevor er mitspielen darf und trotzdem
bewerben sich bis zu 400 Leute dafür, immer in der Hoffnung, von einem
Hollywood-Agenten entdeckt zu werden.
Noch ist das Schreckensszenario nicht bundesdeutsche Wirklichkeit, und deshalb
sollten auch diejenigen, bei denen der "Gruppenvertrag" nicht
so richtig greift, rechtzeitig Vorsorge treffen.
Der freie Tänzer
Als allererstes muss ein freier Tänzer Prioritäten setzen. Was
ist das Wichtigste? Eine Haftpflichtversicherung, um Haftungsansprüche
von Dritten, d. h. Publikum oder Veranstalter, abwenden zu können?
Ein Sparbuch, um für die Zeit der Nichtbeschäftigung ein kleines
Finanzpolster zu haben? Ein "riesterfähiger" Banksparplan
etwa, um sich den "Riesterzuschuss" und eine vernünftige
Rendite zu sichern? Eine Lebensversicherung? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Beides kombiniert, wie von der Hähnel Assekuranz angeboten (dann allerdings
zu individuellen Konditionen, die teurer werden können)?
Kuntz empfiehlt jedem, zuerst in die Berufsgenossenschaft
einzutreten. Die macht keine Schwierigkeiten und kostet derzeit nur 180
Euro pro Jahr. Wie die BfA ist sie vor allem an Reha-Maßnahmen interessiert,
auch wenn sie Unsummen verschlingen können; der verunglückte Tänzer
soll ja kein Fall für die Rente werden. Eine private Unfallversicherung
dagegen zahlt - frei noch dem Motto: "Kauf dir für die 20.000
Euro 'nen schönen Rollstuhl!"
Stefan Kuntz hat für alle freien Ensembles, aber auch für angestellte
Tänzer eine weitere Alternative parat: eine Versicherung beim VBLU.
Beim so genannten Versorgungsverbund bundes- und landesgeförderter
Unternehmen handelt es sich um einen Zusammenschluss von zwanzig Lebensversicherungen,
der seinerzeit von der ÖTV gegründet wurde. Sie hat für alle
Leute im "Dunstkreis des öffentlichen Dienstes" eine Lebensversicherung
aufgelegt, in deren Genuss auch Tänzer kommen können vorausgesetzt,
sie arbeiten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses innerhalb eines Ensembles.
Wie beim "Gruppenvertrag" erfolgt keine Gesundheitsprüfung.
Man kann jederzeit seinen Beitrag erhöhen oder senken, und hat schon
noch fünf Jahren einen Berufsunfähigkeitsschutz. "So etwas
gibt es in keiner anderen Lebensversicherung", urteilt Stefan Kuntz:
"Der Berufsunfähigkeitsschutz ist sozusagen gratis mitversichert,
ohne die entsetzlichen Abschläge in der Rentenleistung."
Das Überleben auf freier Wildbahn scheint gar nicht so schwierig, auch
wenn die Praxis erfindungsreich immer wieder Fallen stellt. Ein guter Rat
kann immer weiterhelfen, und er muss, wie gesagt, nicht unbedingt teuer
sein.